
Hormonspirale
Welche Nebenwirkungen gibt es?
Das von der Hormonspirale freigesetzte Hormon Levornorgestrel wirkt vorwiegend lokal in der Gebärmutter und lässt dadurch den natürlichen Hormonzyklus im Körper nahezu unbeeinflusst.
Die hormonelle Schwangerschaftsverhütung steckt in einem Dilemma: Einerseits kann mithilfe eines Hormons eine Schwangerschaft deutlich sicherer verhindert werden als durch andere Verhütungsmethoden wie der Benutzung von Kondomen oder der Bestimmung der fruchtbaren Tage. Andererseits wird durch die hormonelle Wirkung der körpereigene Hormonhaushalt verändert. Die Hormonspirale gibt ihr Hormon, das Gestagen Levornorgestrel, direkt in die Gebärmutter ab, sodass es seine Wirkung hauptsächlich „lokal“ entfalten kann.
Mögliche Nebenwirkungen der Hormonspirale können beispielsweise Schmier- und Zwischenblutungen sein, die vorwiegend in den ersten drei Monaten auftreten. Sie klingen in der Regel nach der ersten Zeit wieder ab. Meist reichen leichte Slipeinlagen aus, um sie aufzufangen. Auch Bauchschmerzen, Rückenschmerzen, Spannungen in der Brust, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Übelkeit und Wassereinlagerungen (Ödeme) können vorübergehend vorkommen. Diese Nebenwirkungen betreffen während der Eingewöhnungsphase etwa ein bis drei Prozent der Anwenderinnen, danach oft nur weniger als ein Prozent von ihnen. Lediglich Bauchschmerzen sind zumindest am Anfang etwas häufiger. Unmittelbar nach dem Einlegen der Hormonspirale verspüren viele Frauen ein Ziehen im Unterleib, das mit Regelschmerzen vergleichbar ist.
Einige Frauen berichten auch von Akne bzw. Unreinheiten der Haut nach dem Einsetzen der Hormonspirale. Diese können durch die Wirkung des Gestagens Levonorgestrel hervorgerufen werden. Allerdings kann es auch sein, dass nach dem Einsetzen der Hormonspirale lediglich das normale Hautbild wieder zutage tritt. Oftmals steigen Frauen bei der Schwangerschaftsverhütung direkt von der Pille auf die Hormonspirale um. Viele Pillen enthalten Östrogene und Gestagene, die eine Verbesserung des Hautbilds bewirken. Nach dem Absetzen einer solchen Pille fällt der Schutz vor Hautunreinheiten und Akne praktisch weg. Frauen könnten auch daher den Eindruck gewinnen, ihr Hautbild verschlechtere sich.
Kein erhöhtes Infektionsrisiko
Oftmals wird die Befürchtung geäußert, die Hormonspirale könne zu einem erhöhten Infektionsrisiko führen. Doch nicht die Spirale selbst verursacht Infektionen, eine Ansteckung erfolgt vielmehr z.B. durch Geschlechtsverkehr. Das Infektionsrisiko ist bei der Hormonspirale deutlich geringer als bei der Kupferspirale. Es wird sogar vermutet, dass die Hormonspirale indirekt vor einer Infektion schützt: Durch die Verdickung des Schleimpfropfens im Gebärmutterhals können nicht nur die Spermien schlechter in die Gebärmutter gelangen, sondern auch Krankheitserreger.
Bei Anwendung der Hormonspirale besteht allerdings ein etwas erhöhtes Risiko für die Ausbildung gutartiger Zysten in den Eierstöcken. Dabei handelt es sich um flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die in den meisten Fällen harmlos sind. Jeden Monat bilden sich in den Eierstöcken natürlicherweise Follikelzysten um heranreifende Eizellen, die wieder verschwinden, wenn keine Befruchtung stattgefunden hat. Auch ohne Hormonspirale bleiben sie in seltenen Fällen bestehen, wachsen und verursachen dann Beschwerden. Das kann auch nach Einlage der Hormonspirale passieren, da sie den Eisprung nicht unterdrückt.
Stimmungsschwankungen – meist keine Folge der Hormonspirale
Da die Hormonspirale den normalen Monatszyklus kaum beeinflusst, bleiben hormonell bedingte Stimmungsschwankungen innerhalb des Zyklus erhalten. Nur in seltenen Fällen sind depressive Verstimmungen oder unkontrollierte Gefühlsausbrüche eine Auswirkung der Hormonspirale. Vor allem bei Frauen, die bereits vorher unter zyklusbedingten Stimmungsschwankungen gelitten haben, wird sich durch das Einlegen der Hormonspirale diesbezüglich kaum etwas ändern.
Bei anhaltenden Nebenwirkungen zum Arzt
In den meisten Fällen sind Begleiterscheinungen der Hormonspirale auf die Eingewöhnungsphase beschränkt. Bei länger anhaltenden oder mehr als leichten Beschwerden ist es jedoch sinnvoll, den Frauenarzt aufzusuchen, um die Ursache abklären zu lassen. Grund für einen Arztbesuch sollten beispielsweise ein anhaltendes Ziehen im Unterleib, anhaltende oder stärker werdende Rückenschmerzen oder unerwartet starke Zwischenblutungen sein, die auch nach einem halben Jahr wiederholt auftreten. Scheuen Sie sich nicht, Ihren Gynäkologen zu kontaktieren, wenn Sie sich bei bestimmten Beschwerden unsicher sind. Er kann klären, ob es sich dabei tatsächlich um eine Folge der Hormonspirale handelt oder ob sich eine andere Ursache dahinter verbirgt.




