
Hormonspirale
Wie ist das Wirkprinzip?
Die Hormonspirale enthält als Wirkstoff ausschließlich Levonorgestrel. Das dem natürlichen Progesteron ähnliche Hormon kann durch seine unmittelbare Wirkung in der Gebärmutter eine Schwangerschaft sicher verhindern.
Dreifachschutz vor einer Schwangerschaft
Levonorgestrel ist mit dem natürlichen Progesteron („Gelbkörperhormon“) verwandt und wird bereits seit Langem zur hormonellen Empfängnisverhütung eingesetzt. In der Gebärmutter freigesetzt, schützt es auf dreifache Weise vor einer ungewollten Schwangerschaft:
- Nach der Monatsblutung ist der Gebärmutterhals durch einen festen Schleimpfropf verschlossen, den die Spermien, die beim Geschlechtsakt in den weiblichen Körper gelangen, nicht oder nur erschwert passieren können. Das durch die Hormonspirale freigesetzte Levonorgestrel verdickt diesen Schleimpfropf. Die Barriere gegen die Spermien (und in gewissem Umfang auch gegen Krankheitserreger) wird dadurch noch effektiver.
- Falls trotz des verdickten Schleimpfropfs einige Spermien in die Gebärmutter gelangen, wird ihre Aktivität und Funktionsfähigkeit durch Levonorgestrel gehemmt.
- Der natürliche Aufbau der Gebärmutterschleimhaut im Monatszyklus wird durch Levonorgestrel verhindert, sodass sich im Falle einer Befruchtung die Eizelle nicht einnisten kann.
„Lokale“ Verhütung mit dem Wirkstoff Levonorgestrel
Die Hormonspirale enthält als wirkaktive Substanz das Gestagen Levonorgestrel. Dieses befindet sich in einem Depotzylinder. Nachdem die Hormonspirale in die Gebärmutter platziert worden ist, wird Levonorgestrel über einen Zeitraum von fünf Jahren gleichmäßig in geringen Mengen aus dem Depotzylinder freigesetzt. Es entfaltet seine Wirkung hauptsächlich direkt in der Gebärmutter. Dies bietet den Vorteil, dass der natürliche Hormonhaushalt des Körpers und der natürliche Zyklus praktisch unbeeinflusst bleiben.
Die Schutzwirkung der Hormonspirale vor einer ungewollten Schwangerschaft ist hoch. Die Anzahl ungewollter Schwangerschaften liegt im ersten Jahr der Anwendung bei maximal 0,2 Prozent, über fünf Jahre Anwendungsdauer bei 0,5 bis 1,1 Prozent. Dadurch, dass Einnahmefehler wie bei der Pille entfallen, gilt die Hormonspirale als besonders sichere Methode der Schwangerschaftsverhütung. In ihrer Zuverlässigkeit ist sie der Pille überlegen.
Möglicher Nebeneffekt: schwächere Monatsblutung
Auch die Monatsblutung kann unter der Wirkung der Hormonspirale schwächer und kürzer werden. Der Grund dafür ist, dass Levonorgestrel den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut im Monatszyklus reduziert. Die Blutmenge und die Menge der während der Blutung abgestoßenen Schleimhautreste sind dadurch deutlich geringer. Nach einem Jahr der Anwendung haben die meisten Frauen eine Menstruation, die nur noch wenige Tage anhält. Bei einigen Frauen bleiben die Blutungen sogar ganz aus. Aus medizinischer Sicht ist das unbedenklich und hat keinen Einfluss auf den Eintritt einer Schwangerschaft nach Entfernung der Hormonspirale.
Nach Entfernen wieder schwanger werden?
Bei den meisten Frauen hat die Hormonspirale keinen Einfluss auf den natürlichen Monatszyklus und den Eisprung. Deshalb ist die Fruchtbarkeit nach Entfernen der Spirale nicht beeinträchtigt. Schon im ersten Zyklus ohne Hormonspirale kann wieder eine Schwangerschaft eintreten. Untersuchungen zeigen, dass etwa 80 Prozent der Frauen mit Kinderwunsch innerhalb von zwölf Monaten nach Entfernung der Hormonspirale schwanger werden. Das entspricht der Schwangerschaftsrate von Frauen, die nicht verhüten.




