
Spirale ist nicht gleich Spirale
Hormon- und Kupferspirale im Vergleich
Äußerlich sind sie sich ganz ähnlich, im Wirkprinzip jedoch völlig unterschiedlich: Während die Kupferspirale mithilfe von Kupferionen verhütet, verhindert die Hormonspirale eine Schwangerschaft „lokal“ durch Hormone.
Kupferspirale wirkt mechanisch und über Kupferionen
Die Kupferspirale besteht aus einem Plastikstück in T-Form, das mit einem feinen Kupferdraht umwickelt ist. Nach dem Einsetzen in die Gebärmutterhöhle gibt die Kupferspirale allmählich Kupferionen frei. Diese hemmen die Beweglichkeit der Spermien, sodass die Befruchtung der Eizelle während des Geschlechtsverkehrs erschwert wird. Gleichzeitig wird durch die kupferhaltige Spirale eine leichte Entzündung der Gebärmutterschleimhaut ausgelöst. Diese ist nicht schädlich, da sie nicht durch Krankheitserreger hervorgerufen wird. Sie verhindert aber das Einnisten der Eizelle, falls doch eine Befruchtung stattgefunden hat.
Hormonspirale wirkt „lokal“
Äußerlich ähnelt die Hormonspirale der Kupferspirale. Sie hat ebenfalls eine T-Form und sitzt nach Einlegen und Entfalten der beiden „Ärmchen“ fest in der Gebärmutterhöhle. Allerdings enthält die Hormonspirale in ihrem Inneren einen Zylinder, in dem sich ein Depot mit dem Wirkstoff Levonorgestrel befindet - ein Hormon, das dem natürlichen Gelbkörperhormon Progesteron ähnelt. Levonorgestrel wird nach dem Einlegen der Spirale kontinuierlich in geringen Mengen freigesetzt und entfaltet seine Wirkung daher hauptsächlich „lokal“, also unmittelbar in der Gebärmutter. Es verdickt den natürlicherweise vorkommenden Schleimpfropf im Gebärmutterhals und verhindert dadurch das Eindringen der Spermien in die Gebärmutterhöhle. Gleichzeitig verringert es die Aktivität der Spermien und behindert den zyklusbedingten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich die Eizelle im Falle einer Befruchtung nicht einnisten kann.
Wie sicher sind die beiden Methoden?
Um die Sicherheit verschiedener Verhütungsmethoden miteinander vergleichen zu können, wird der sogenannte Pearl-Index benutzt. Er gibt an, wie viele Frauen trotz eines bestimmten Verhütungsmittels nach Ablauf eines Jahres schwanger werden. Je niedriger der Pearl-Index ist, desto sicherer ist das Verhütungsmittel.
Die Kupferspirale ist ein sicheres Verhütungsmittel, ihr Pearl-Index liegt bei 0,9 bis 3,0. Etwa 9 bis 30 Frauen von 1.000 werden also pro Jahr ungewollt schwanger, obwohl sie die Kupferspirale benutzt haben. Die Sicherheit der Hormonspirale ist noch höher. Ihr Pearl-Index liegt im ersten Jahr bei 0,2. Etwa zwei von 1.000 Anwenderinnen der Hormonspirale werden in diesem Zeitraum ungewollt schwanger.
Bei der Hormonspirale ist das Entzündungsrisiko geringer
Vor allem in den ersten drei bis sechs Monaten kann es bei der Kupferspirale häufiger zu Blutungsstörungen mit Zwischenblutungen, Regelschmerzen und verlängerter und verstärkter Monatsblutung kommen. Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Risiko für Entzündungen der Eileiter und des kleinen Beckens. Den Hormonhaushalt des Körpers beeinflusst die Kupferspirale nicht, deshalb treten auch keine hormonell bedingten Nebenwirkungen auf. Das sexuelle Verlangen, die sogenannte Libido, wird durch die Kupferspirale nicht beeinflusst. Außerdem können Frauen mit Kinderwunsch nach dem Entfernen der Spirale sofort wieder schwanger werden.
Bei der Hormonspirale wird die Monatsblutung meist schwächer, kürzer und weniger schmerzhaft. Bei einigen Anwenderinnen bleibt sie nach einer Weile sogar ganz aus, was gesundheitlich unbedenklich ist. Die Hormonspirale ist mit einem geringeren Risiko für Entzündungen verbunden als die Kupferspirale. Es wird sogar vermutet, dass die Hormonspirale durch die Verdickung des Schleimpfropfs im Gebärmutterhals indirekt vor einer Infektion schützt.
Da das freigesetzte Hormon Levonorgestrel vorwiegend lokal in der Gebärmutter wirkt, greift auch die Hormonspirale kaum in den normalen Hormonzyklus ein. Deshalb ist eine Schwangerschaft wie bei der Kupferspirale auch sofort nach dem Entfernen wieder möglich. Besonders in der Anfangsphase nach dem Einlegen können Nebenwirkungen wie Zwischen- und Schmierblutungen, Bauchschmerzen, Akne, Rückenschmerzen, Spannungen in der Brust, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Übelkeit oder Wassereinlagerungen (Ödeme) auftreten. In der Regel verschwinden diese Beschwerden aber spätestens nach wenigen Monaten wieder.
Verhütung auf lange Sicht
Beide Spiralen sind lang wirksame und unkomplizierte Verhütungsmethoden. Frauen, die sie anwenden, müssen nicht mehr täglich an die Verhütung denken. Die Kupferspirale muss etwa nach drei bis fünf Jahren entfernt bzw. ausgetauscht werden, die Hormonspirale nach fünf Jahren. Das Einlegen und Entfernen ist bei beiden Spiralen in den allermeisten Fällen unproblematisch und erfolgt durch den Frauenarzt. Beide Spiralen eignen sich beispielsweise für Frauen, die „pillenmüde“ geworden sind oder keine Einnahmefehler riskieren wollen.
Darüber hinaus können sowohl die Kupfer- als auch die Hormonspirale nach der Geburt eines Kindes, noch während der Stillzeit eingelegt werden. Allerdings sollte eine Frist von etwa sechs bis acht Wochen abgewartet werden, damit sich die Gebärmutter wieder zurückbildet. Stillen ist sowohl bei der Hormon- als auch bei der Kupferspirale möglich.




